Malerei der klassischen Moderne

Kurs an der Volkshochschule Steglitz-Zehlendorf

Kaum kann man Gemeinplätzen ausweichen, will man dem Publikum das Interesse an der klassischen Moderne in der Malerei nahe legen. Die Bilder der Zeit von ca. 1900 bis ca. 1945 gelten mit Recht als Grundlage dessen, was wir aus den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg und bis hin zu unserer Zeit kennen; ihre Grundthemen: die Spannung von Abstraktion und Gegenstandsnähe, die Entfaltung der Bilddynamik aus den »bildnerischen Elementen« (Paul Klee), also aus Farbe, aus Punkt, Linie und Fläche (Wassilij Kandinsky), die Inszenierung von Gesten, das Gegenüber belebter bzw. gefüllter und leerer Partien, die Inszenierung von Traumwelten (Surrealismus), um nur einige dieser Themen zu nennen, finden sich als Impulse in den Bildern der neueren Zeit wieder. Wenn die klassische Moderne in diesem Sinne als selbstverständliche Voraussetzung des Erfindens und Produzierens gilt – und sie selbstverständlich nennen, heißt schon beinahe verstehen, dass man sie lästig finden kann –, so kann die historische Frage diese Tradition aus dem Belastenden, das sie mitbringt, herausheben: Es hätte ja auch anders gehen können …

Die historische Frage hat die Bilder – und, vermittelnd, die Biographien der Maler, den Betrieb, in dem die Produktion und Rezeption von Bildern, die teils öffentliche, teils in persönlichen Beziehungen sich entfaltende Diskussion über die Kunst vor sich gingen – die historische Frage hat all dies in den Kontext der Geschichte zu stellen. Wie kamen die beiden jungen Männer: der hochbegabte Picasso, der ein glänzender Modemaler hätte werden können, und der junge Braque, bis dahin den Fauves nahe stehend, darauf, die Realität »gemäß den geometrischen Formen von Kubus, Kegel, Kugel« zu modifizieren und ihre Gegenstände in Facetten, abgeschnittene Teile, aus verschiedenen Perspektiven gesehen, zu verfremden, – kurz: wie kamen sie zur Erfindung des Kubismus? Wie kam Kandinsky dazu, nicht bei seinen attraktiven, vibrierenden Landschaften zu bleiben, sondern zu seinen Kompositionen überzugehen? &c. &c. Die Kunstgeschichte hat herausgearbeitet, wie die Erfindungen solcher Bahnbrecher von den rapiden Entwicklungen bedingt waren; sie hat aber auch gezeigt, wie sie mit ihren Formulierungen eine autonome Antwort auf die Entwicklungen der Lebenswelt, der Technik, der gesellschaftlichen und politischen Realität gaben.

Diesen und anderen Themen möchte ich mit den Teilnehmenden nachgehen. Es werden gewöhnlich Reproduktionen angesehen, beschrieben und untersucht; geplant ist auch eine Exkursion zur Sammlung Scharf-Gerstenberg.

Hier die Angaben aus dem Kursprogramm der Volkshochschule

Steglitz-Zehlendorf:


Kurs SZ10-007, Dr. Albrecht Wilkens


Malerei der klassischen Moderne

Gemeinsames Betrachten von Bildern mit einer Exkursion

08.09. - 03.11.2012 6 Doppelstunden

6 x Sonnabend, 11.15-12.45 Uhr

VHS, Raum 21, Onkel-Tom-Str. 14

46,90 €, erm.: 27,60 €

http://www.vhssz.de

 

                  

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